Besinnung zwischen Täuschung und Enttäuschung

Überall auf der Welt verweigern Menschen den allgegenwärtigen Stress des Konsums. Dies kann man beim Anblick der überfüllten Räume des Lügenmuseums reflektieren.

Es gibt einen Weihnachtsbaum von den Philippinen, einen weiteren von 89´, das Loch aus der Zauberflöte von Mozart. Mit „leuchtenden Kinderaugen“ können sich die Besucher aller Generationen von sinnlosen Weihnachtsgeschenken aus über 200 Jahre verzaubern lassen, sie sich über das irrwitzige Zeug wundern oder den Einfallsreichtum bestaunen.

„Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben.“

Ben Furman

Das Lügenmuseum ist nicht die Kapitulation vor der Komplexität der Welt, sondern eine Form der Bewältigung dieser. Anarchische Apparate im ironischen Leerlauf ermöglichen auf Distanz zu gehen und das Gegenwärtige von allen Seiten zu sehen. Leichter Schauer und heiteres Erbarmen, hintergründige Klippen und unglaubliche Kreativität lassen die sanfte Berührung der Poesie am starren Reglement des Museumswesens vorbeischlüpfen.

Ein Museum, in das man nur geht, um Kunstwerke anzuschauen, ist nicht mehr zeitgemäß, sagen die kreativen Köpfe Dorota und Reinhard Zabka. Sie verwandeln im maroden Charme des historischen Gasthofs Serkowitz das Lügenmuseum zum „dritten Wohnzimmer“ für Radebeul, in dem sich jeder wohlfühlen kann. Ein spiritueller Ort um den Weihnachtszauber zu verdauen. Das Herz kann überlaufen und doch verlassen die Besucher erleichtert das Haus und schwärmen noch lange von dem Besuch.

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