Lügenmuseum

Raum 1. Flur: In der Ahnengalerie hängt ein Porträt von Emma v. Hohenbüssow, Gründerin des Lügenmuseums. In den Kästen: ein Hörbild der verschollenen Kyritzer Knatter. Drei Sgraffitos von Hermann Glöckner.

Raum 2. Atelier eines Dissidenten: „Eine Lücke im Universum“, Installationen in Koffern. Streitend und flunkernd, vor und nach der Wende wird auf die kulturgeschichtliche Bedeutung der staatsfernen Kunst verwiesen.

Raum 3. Grüße von Überall: „Nie wieder werden uns die Reisen, Zaubertruhen voll traumhafter Versprechen, ihre Schätze unberührt enthüllen. Eine wuchernde, überreizte Zivilisation stört für immer die Stille der Meere.“ Claude Lévi-Strauss

Raum 4. Collagen: Aus Wut darüber, dass seine Bilder immer wieder ausjuriert wurden, zersägte der Künstler Richard von Gigantikow seine Bilder. Reumütig klebte er sie wieder zusammen und baute daraus Altäre.

Raum 5. Indiversen: Die Kunstsammlung, internationale Künstler, die im Lügenmuseum gearbeitet haben. Die Brieftaschen der Expressionisten, ein Storchennest auf einem Verkehrskegel und eine Schallplatte aus Gras.

Raum 6. Unsterblicher Elvis: Ein Trödelhändler schwatzte dem Lügenmuseum ein Bild von Elvis auf. Im Schrank singt er unsterblich weiter.

Raum 7. Interieur Underground: Kunst aus einem anderen Land: Künstler der Gegenbewegung lehnten dass Sichfügen etablierter Künstler in die gesellschaftlichen Formen ab. Ihre Taktlosigkeit ist ein in der Kunst äußerst schöpferischer Faktor.

Raum 8. Ein Wochenende auf der Titanic: Mal gar nichts tun, auf dem Sonnendeck liegen und nicht an den Untergang denken. Im Radio ist der Originalton vom Untergang der zu Titanic hören – zwanzig Minuten danach.

Psychedelica Maschinka: der Sinn der Apparate ist, dem Nichts, der Leere auf die Spur zu kommen. Ihr Einsatz verursachte 1989 den Fall der Mauer.

Raum 9. Fontanes Wanderschuh: Kritik an schlechten Museen, so scheint es hier jedenfalls, ist zu zeigen, was Museum auch sein kann. Darauf macht es neugierig.

Raum 10. Kathedrale des Sozialismus: oder das Vittoriale der Ostdeutschen, zeigt die Lüge der im rosa Licht scheinenden Geschichte. Nicht für alle war die DDR ein Gefangenenlager mit Wachtürmen und Stacheldraht.

Raum 11. Bürokrapoli: In kleinen Särgen reisen die Spieler symbolisch durch die Katastrophen des Lebens.

Raum 12. Poetische Orte: Eine Sammlung internationaler Künstlern die eigene Museen und Kunstorte gründeten.

Raum 13: Der Tanzsaal im ersten Stock, hier finden sich Sonderausstellungen und ein Sommeratelier.

Fotos: André Wirsig