Labystan Zonskirche

Labystan
30 Jahre Friedliche Revolution als Pop Up Country – eine Kunstausstellung in der Zionskirche Berlin

Labystan ist eine Tiefenbohrung in die Gegenkultur der DDR, die einen lebendigen Bogen ins Heute schlägt.

In der luftigen Ausstellungsarchitektur warten Stories, Videos, Performances, Installationen und lebendige Begegnung auf Augenhöhe.

Zu den zwei Eröffnungstagen am 31. August und 1. September erwartet die Besucher zahlreiche künstlerische Beiträge.

Der Ausstellungsort, die Zionskirche zählt zu den bedeutenden Orten der „Friedlichen Revolution“ in Berlin. Im Keller des Pfarrers wurden Flugblätter und Untergrundzeitungen gedruckt. Als die Mahnwachen vor der Zionskirche von der Polizei bedrängt wurden, da stellte sich jemand als Bauleiter vor und markierte mit einem Kreidestrich die Grenze des Kirchengrundstücks.

Die Regie führt Reinhard Zabka. Statt über die Mauer flüchtete er in ein in Deutschland konkurrenzloses Refugium: in ein Museum absurder, skurriler Art. Sein subversiver Querulantenverein VDQ verunsicherte 1989 die Kulturfunktionäre. Im heutigen Dresden bot er den populistischen Aufmärschen mit der Reparaturwerkstatt Demokratie WuKaMenta, auf dem Neumarkt, paroli. Im Pop-up Country Labystan wird er am Eröffnungswochenende im Minutentakt Staatsbürgerschaften vergeben.  

Labystan geht in die Tiefe, lässt den Betrachter etwas von den damaligen Zeiten erahnen. Schon 2015 wartete Reinhard Zabka mit einer Ausstellung über Künstler im Untergrund der DDR auf. Zu sehen waren sowohl Malerei, Installation, Assemblage, Fotografie und Grafik in unverbesserlich 89 (gefördert von der Sächsischen Staatskanzlei). Sie entgegnet der Ausstellung der Maler in „point of no return“ in Leipzig, mit Künstlern, die im Osten die Grenzen der Malerei sprengten. Sie konnten nur in Kellern, Ateliers oder Dachböden ausstellen, aber auch in Kirchen. Wo wir wieder bei der Zionskirche wären, auch 30 Jahre danach sind diese Mauern Ort der Kunstfreiheit, hier wird mit Labystan eine Ausstellung gezeigt, die in solcher Form weder in west- noch in ostdeutschen Museen zu erleben ist. Ganz nah am Menschen, auf Augenhöhe, bei freiem Eintritt.

Reinhard Zabka

Local Heroes Künstlerplakate 2019

Die Förderer der Ausstellung Labystan 2019
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