Labystan Finnisage 9. November Berlin

Wer nonkonforme Kunst der DDR sehen will, der muß!! in die Zionskirche Berlin gehen. Die Ausstellung Labystan zeigt eine andere Seite der DDR Kunst, die unter die Haut geht.

Finissage: 9.11.2019 19 Uhr
Hans Krüger Holzfeuerwerk zum Mauerfall
Uwe Kropinski guitar
Ort: Zionskirche Berlin

Labystan, eine atemberaubende Rauminszenierung präsentiert in einer luftigen improvisierten Ausstellungsarchitektur künstlerische Positionen der Untergrundkultur der DDR vor einem authentischen Hintergrund, der Zionskirche Berlin. Eine Tiefendbohrung in die Gegenkultur schlägt einen lebendigen Bogen ins Heute. Es gibt Objekte, Installationen, Plakate, Storys, Videos, Performances und lebendige Begegnung auf Augenhöhe.

Ausstellende Künstler: Annemirl Bauer Bemalte bemalte Objekte, Kurt Buchwald Fotografie und Aktion, Hans Peter Freimark Sarg, Roland Gorlsleben spontane Skulpturen, Martin Hoffmann Grafik und Plakate, Uta Hünniger Schrift, Ellen Steger Malerei, André Wirsig Fotografie, Edith Wittich Papierinstallation, Reinhard Zabka Friedliches Revolutions-Orchestrion und Lügenmuseum, Ania Rudolph & Rainer Görß Untergrundmuseum, Karla Sachse & Lutz Wohlrab Mail Art

Mehr Bilder von André Wirsig zum Labystan finden Sie HIER

Der Ausstellungsort, die Zionskirche zählt zu den bedeutenden Orten der „Friedlichen Revolution“ in Berlin. Im Keller des Pfarrers Hans Simon wurden Flugblätter und Untergrundzeitungen gedruckt. Reinhard Zabka eröffnete 1986 die Umweltbibliothek mit einer Ausstellung und mit einer DaDaÖk Performance. Nach einem Polizeieinsatz in der Umweltbibliothek geb es Mahnwachen vor der Zionskirche, Sie wurde von der Polizei bedrängt, da stelle sich Karlo Jordan als Bauleiter vor und markierte mit einem Kreidestrich die Grenze des Kirchengrundstücks. Später wurde die Kirche baupolizeilich gesperrt.

Labystan, ein fernes untergegangenes Land wie Atlantis, erinnert an die Träume und Visionen der Akteure von 89, an Notstandskreativität, an die Macht der Phantasie im Angesicht der Zensur. Heute kann man sich selber einbürgern und eine urkunde mitnehmen. Es ist der erste Teil eines Ausstellungszyklus zum Herbst 89. Die Inszenierung der Kunst aus dem Untergrund der DDR zeigt künstlerische Positionen in ihrem Milieu, wie sie bisher noch nicht präsentiert wurden. Das sind weiße Flecken in den Deutschen Museen. Die Macher von Labystan behaupten: „Nicht die akademisch sozialistische Malerei und ihre Gegnerspieler wie in Leipzig oder Dresden waren revolutionär. Revolutionär war Malerei auf Sperrmüll, Installationen und Happenings zur Überwindung des Kunstbegriffs, Aktionen die gesellschaftlich verkrustete Strukturen aufbrachen und Verwirrung als Realitätsbewältigung stiften konnten.”

Finissage: 9.11.2019 um 19 Uhr
Ausstellungort: Zionskirche, Zinoskirchplatz, 10119 Berlin
Öffnungszeiten: Mi bis Sa 13 -18 Uhr und So 12-16 Uhr
Ausstellungsdauer: 31.8. – 9.11.2019
Regie: Reinhard Zabka & Juliane Vowinckel

Beitragfoto: André Wirsig

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