Interieur Underground oder die Kunst zu widerstehen

Gegenkultur und Subkultur in der DDR

Die Gedenkstätte Bautzner Straße zeigt noch bis zum 31. August 2018 in Kooperation mit dem Lügenmuseum Radebeul e. V. die Plakatausstellung Interieur Underground und Arbeiten von Reinhard Zabka aus den 1980er Jahren.

Die Macht der Phantasie im Angesicht der Diktatur – Als Gegenbewegung zur etablierten und systemnahen DDR-Kunst entstand Kunst im Untergrund. Das Ungehörige, Unangepasste und der Skandal waren Inspiration und schöpferischer Faktor. Ausgegrenzte Künstler der DDR hatten kaum Ausstellungsmöglichkeiten. Sie stellten in privaten Wohnungen aus und schenkten einander zu Geburtstagen und anderen Anlässen ihre unverkäufliche Kunst. So entstanden in den Interieurs beachtliche Kunstsammlungen. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Reinhard Zabka und anderen Künstlern aus den 1980er Jahren.
Was Kunst war und wer Künstler, bestimmte in der DDR die SED. Nur als Mitglied des Verbands der Bildenden Künstler der DDR durfte man offiziell ausstellen. In der Bildenden Kunst war der Sozialistische Realismus verpflichtend. Er schrieb vor, was real und wahr war: die intakte Welt des Sozialismus. Was unter der Oberfläche gärte, die Brüche und Widersprüche, spiegelte sich in der Gegenkultur. Sie legte Schichten unter der verordneten Wirklichkeit frei. In Zeiten existentieller Bedrohung und Unfreiheit haben Künstler schon immer Gegenwelten geschaffen. So entstand 1916 mitten im Ersten Weltkrieg in Zürich der Dadaismus – eine Kunstform, die sich jeder Festlegung und Definition entzieht, die Anarchie liebt und im scheinbar Sinnlosen einen Sinn findet, die zerstört und wieder neu zusammensetzt.


Interieur Underground in der Gedenkstätte Bauzner Straße am 30.6.2018 in Dresden. Foto: Reinhard Zabka

Eröffnung der Ausstllung Interieur Underground in der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden am 30.6.2018

Neben Arbeiten von Reinhard Zabka aus den 1980er Jahren zeigt die Gedenkstätte Künstlerplakate, die 2017 entstanden sind. Für das Projekt, das den Titel Interieur Underground trägt, waren Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die in Zeiten der SED-Diktatur unter Beobachtung standen, nur eingeschränkt arbeiten konnten, Berufsverbot erhielten oder sogar inhaftiert waren – wie beispielsweise der Grafiker Jürgen Gottschalk. Aus früheren Dokumenten, Fotografien und Skizzen entstanden neue Plakate. Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler waren: Jürgen Gottschalk, Albrecht Hillemann, Martin Hoffmann, Birger Jesch, Uta Hünniger, Karola und Wolfgang Smy, Olaf Spillner, Günter Starke, Ellen Steger, Gabriele Stötzer und Reinhard Zabka. Das Projekt wurde gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung

Ort:
Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden
Bautzner Straße 112a
01099 Dresden

Laufzeit:
01.07. bis 31.08.2018

Öffnungszeiten:
Täglich 10:00 bis 18:00 Uhr

Die Kunst zu widerstehen
Die Gedenkstätte Bauzner Straße zeigt eine Plakatausstellung zur Gegenkultur in der DDR, 24.07.2018 sz-online.de

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