Fonatanes Wanderschuh im Wegemuseum

Fontanes Wanderschuh kehrt zurück

Theodor Fontane prägte mit den »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« die Identität des Landes über dessen Grenzen hinaus. Nun kehrt Fontanes Wanderschuh in einer Sonderausstellung in das Wegemuseum in Wusterhausen zurück. Damit wagen wir einen Blick hinter die Kulissen.

Abseits der vertrauten Wege entdeckte der Reiseschriftsteller Francis Sauvage in einem kleinen Museum den Wanderschuh von Theodor Fontane. Ein mit Fresken phantastisch bemaltes Haus, ein traumhaft verwachsener Garten, Räume mit künstlerischen Modellen voll hintergründigen Klippen, leichtem Schauer und heiterem Erbarmen.“ Doch das ist Geschichte. Das Museumsexperiment des Künstlers Reinhard Zabka in Babe im sumpfigen Rhinluch ist gescheitert.

Der Ostberliner hatte sich 1980 in der abgelegenen Ostprignitz in einer Bauernkate ein Sommeratelier eingerichtet, um sich der Kulturzensur zu entziehen. Dort lud er die letzten eigenwilligen Käuze der ostdeutschen Künstlerschaft in seinen Garten. So entstand im Vakuum der Wiedervereinigung das legendäre Lügenmuseum, eine Inszenierung mit einer unglaublichen Kreativität. Die staubaufwirbelnden Querfeldeinritte führten dann das Lügenmuseum samt Fontanes Wanderschuh 2012 nach Radebeul in Sachsen.


Bilder: Reinhard Zabka

Nun, zum 200 jährigen Jubiläum, kehrt Fontanes Wanderschuh zurück ins Wegemuseum Wusterhausen, im Nordwesten des Landes Brandenburg. Fontanes Wanderschuh wird in einer Art Wunder-Kammer-Inszenierung zwischen Maschinen zur Belustigung, anarchischen Apparaten im ironischen Leerlauf und anderen Sensationen wie der Himmelsscheibe von Serkowitz oder dem Hörbild der verschollenen Kyritzer Knatter präsentiert.

Die Ausstellung ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres fontane.200 von Kulturland Brandenburg.

Die Eröffnung der Sonderausstellung im Wegemuseum findet am Sonnabend, dem 13. April 2019 um 14 Uhr in der Galerie Alter Laden, Am Mark 3, 16868 Wusterhausen/Dosse statt. Begrüßung und Grußworte zum Beginn des Kulturland-Projektes „Wanderschuh und Selfie – Fontane durch die Brille der Kunst gesehen“:

Christian Müller-Lorenz, Kulturland Brandenburg; Eylin Roß, Landkreis Ostprignitz- Ruppin; Dr. Susanne Köstering, Museumsverband Brandenburg; Philipp Schulz, Bürgermeister der Gemeinde Wusterhausen/Dosse.

Anschließend Improtheater mit Ilse & Margarete/Theater Vogelfrei: „Wandern durch ein Leben – Fontane, der geschränkte Freidenker.“ Inkl. Interview mit Reinhard Zabka.

Zu sehen bis 14. September!

Richard v. Gigantikow

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