Events & Presseinfo

02.09.2010
Lügenmuseum erneut von Zwangesräumung bedroht


05.09.2010
AYA III TRYO - die Altmeister des Freistil - Spacerock am Sonntag, 5. September, 17 Uhr im Lügenmuseum


27.07.2010
Pressemeldung vom 27. Juli 2010 - Trotz aller Untergangsmeldungen ist das Museum geöffnet nach dem Motto: -Einmal auf dem Sonnendeck der Titanic liegen und nicht an den Untergang denken.- Mit Hilfe der Unterstützung der Stadt Kyritz ist das Lügenmuseum bis Ende Oktober geöffnet. Doch das entflammte einen heftigen Streit um die Kunst. Egal, wie man zu dem Lügenmuseum steht, es bimmelt und blinkt und es bleibt einzigartig und heisst die Besucher mit einem Lügentee herzlich willkommen.



17.07.2010
Pressemeldung vom 17. Juli 2010 - Einzigartiges Museum im deutschsprachigen Raum soll bis 22. 7. 2010 geräumt worden sein. Das Lügenmuseum setzt der Poesie des Untergrunds in der ehemaligen DDR ein Denkmal.



11.07.2010
Pressemeldung vom 11. Juli 2010 - 20 Jahre Lügenmuseum - fristlos gekündigt



[1] [2]
01.04.2010 - Presseerklärung zum 1. April 2010

Knieperkohl und Knatterstadt Das wenige, was von der Kleinstadt Kyritz in der Prignitz bekannt ist, ist der Name -Kyritz an der Knatter-. Vielleicht waren es ohrenbetäubende Mühlen oder ein Flüsschen - wer weiss? Woher die Knatter kommt, ist umstritten. Das Flüsschen Knatter sucht man vergebens in Kyritz. Dass die knatternden Mühlen die Reisenden in den Postkutschen nachts genervt haben sollen, ist eine Legende. Dennoch ist Kyritz mit diesem komischen Namen weit über seine Stadtmauer hinaus bekannt.

Knattern ist ein komisches Geräusch, dass auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sein kann. Neueste Untersuchen fanden eine bisher nicht in Erwägung gezogene Ursache heraus. Das Prignitzer Lieblingsgericht, der -Knieperkohl-, hat zur Folge, dass es im Bauch kniepert, übersetzt heisst es, es kneift im Bauch. Dieses kniepern oder kneifen hat zur Folge ein erlösendes Knattern.

Auf dem Marktplatz in Kyritz liegt ein Stein, der dem Gedenken des Nichts gewidmet ist. Kennen Sie diesen? Im Jahre 1995 wurde er dort von der australischen Genaralkonsulin eingeweiht. Es ist ein Kunstwerk von dem australischen Künstler Anthony Beilby. -An diesem Ort geschah am 14.02.1842 um 10.57 Uhr Nichts-

Die Abgeordneten waren derart begeistert, dass Kyritz den ersten Aldi nach der Wende in den neuen Bundesländern ergattern konnte, so dass die Abgeordneten ihre Hauptstrasse in Aldistrasse umbenennen wollten. Warum das nicht zu Stande kam, ist nicht bekannt.

Wenn Neuruppin Korruppin sein soll, dann kann man Kyritz Filz nennen. Aktivisten und Existenzgründer ducken sich unter den Wind. Dafür haben die Abgeordneten grosse Pläne: ein Franziskanermuseum - Hauptsache, es gibt Fördermittel. Preiswerte wäre es, das Lügenmuseum zu unterstützen.

Das Kleeblatt präsentiert sich -in voller Schönheit-. Mit diesem blumigen Slogan wirbt der Fremdenverkehrsverein fär das Kleeblatt, drei Städtchen Kyritz Wusterhausen und Neustadt Dosse. Öffnen Sie Ihre Autofenster, wenn Sie an Kyritz vorbeifahren und geniessen sie es, wenn die Stärkefabrik die Abwässer über die Wiesen und Felder verrieselt.

Immer wieder stellte der Initiator des Lügenmuseums die Frage, warum die Leute lachen, obwohl das Lügenmuseum von Dingen handelt, die so ernst sind. Doch mit den Mitteln des Tragischen eine traurige Handlung zu erzählen -- das würde nur das allgemeine Unbehagen steigern und nichts würde zurückbleiben. Das Groteske als Ausdrucksmittel dient der Provokation und der Verbreitung von Ideen, bewusst obszön und nicht skurril oder trivial. Das Obszöne wird als befreiende Form verwendet. Es versucht immer, das Bewusstsein seines Publikums zu verletzen, damit etwas Bitteres zurückbleibt, etwas, was in ihm brennt. Daraus resultiert natürlich Ablehnung dieser Qualität. Das sind Schutzmechanismen solange bis sich herausstellt, dass einem kein Unheil durch die Annahme eines neuen Geschmackskriteriums droht. Das geht schnell, dann gehört das Phänomen zur Alltagskonvention. Das Lügenmuseum ist nicht die Kapitulation vor der Komplexität der Welt, sondern eine Form der Bewältigung dieser.

Richard von Gigantikow